Geschichte 1925–2025
von Männerchor Allmendingen zum Allmendinger Chörli
Am 12. September 1925 trafen sich 25 Männer und Jünglinge in der Wirtschaft Krenger in Allmendingen (Restaurant Linde), um sich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen: die Gründung eines Männerchors.
Bereits früher waren einige Versuche unternommen worden, doch meistens waren zu wenig Interessenten anwesend oder es fehlte an einem „tüchtigen“ Dirigenten. Dieser „Mangel“ konnte behoben werden, indem Herr Lehrer Sinzig, welcher seit einiger Zeit den hiesigen Frauenchor leitete, seine Kräfte als Dirigent zur Verfügung stellte. So heisst es im Gründungsprotokoll.
Erster Präsident wurde der Vorsitzende der Gründungsversammlung, Hans Flühmann. Weiter wurden in den Vorstand gewählt:
| Sekretär | Ernst Baumann | |
| Kassier | Werner Linder | |
| Beisitzer | Ernst Wenger | Materialverwalter |
| Gottfried Bläuer | Weibel |
Unterhaltungsgelder: Es wurde beschlossen, pro Mitglied und Monat 50 Rappen Unterhaltungsgeld einzuziehen. Gemäss Protokoll: „muss dies immer am letzten Übungsabend des Monats dem Kassierer entrichtet werden“.
Nun konnte also mit den Singübungen begonnen werden. Als Vereins- und Übungslokal stellte die Wirtschaft Krenger ihre diesbezüglichen
Räume zur Verfügung.
Nach nur gerade drei Monaten wurde auf Veranlassung des Dirigenten gemeinsam mit dem Frauenchor Allmendingen am 13. Dezember 1925 im Kirchlichen Gemeindehaus Strättligen ein erstes Weihnachtskonzert durchgeführt. Im Protokoll wurde darüber Folgendes festgehalten: „In zwei Männerchor- und drei Gemischtchor-Liedern konnte bewiesen werden, dass der Männerchor in den ersten drei Monaten nicht untätig war. Wenn auch der Erfolg noch nicht glänzend war, fand er doch allgemeine Anerkennung“.
1931
Beitritt in den Bernischen Kantonalen und Oberländischen Gesangsverein.
1935
Erste Fahne konnte eingeweiht werden. Erster Amtssängertag in Allmendingen.
1968
Zweiter Amtssängertag in Allmendingen.
1975
50 Jahre Männerchor Allmendingen.
Während 50 Jahren hat die erste Fahne in Freud und Leid die Sängerkameraden begleitet.
1985
60-jähriges Jubiläum und neue Fahne.
Fahnenweihe und Jubiläumsfeier erstmals in der neuen Mehrzweckhalle in Allmendingen.
1985 – 1999
Alljährliches Konzert und Show des legendären Alpenland-Quintetts.
1990
Übernahme der Leitung des Männerchors durch Josef Inauen.
Bald einmal traten einige Sänger mit dem Wunsch an Sepp heran (von den Chormitgliedern wurde Josef Inauen „Sepp“ genannt), auch ein, zwei Jodellieder einzustudieren. Sepp hatte ein offenes Ohr und kannte in seinem Bekanntenkreis zwei Jodlerinnen.
Vreni von Känel und Elisabeth Meichtry aus Aeschiried erklärten sich bereit, ab und zu mitzusingen, respektive zu jodeln.
Ungefähr im Jahr 1992 wurden mit den Liedern „Kamerade“ von Matthias Zogg, „Bärnbiet“ von Jakob Ummel und „E gschänkte Tag“ von Adolf Stähli die ersten Jodellieder geübt. Manchmal gab es kleinere Diskussionen wegen der berndeutschen Ausdrücke und deren Aussprache, da Sepp gebürtiger Appenzeller war.
1995
Unterhaltungsabend in der Mehrzweckhalle Allmendingen.
Gesangliche Darbietungen am Unterhaltungsabend 1995 zuerst im traditionellen Männerchorgewand.
Anschliessend zum ersten Mal im Burgunder und in Tracht.
1997
Übergabe des Dirigentenstabs von Sepp an seine Nachfolgerin Vreni Gafner aus Därstetten.
Vreni Gafner kam von der Jodlerszene zum Chor und übte mit ihren Jodelkenntnissen neben den Männerchorliedern auch Jodellieder.
Zwischen dem Dirigentenwechsel leitete aushilfsweise und auch später ab und zu, wenn Not an Mann, resp. Frau war, auch Sami Luginbühl aus Aeschiried (Bruder von Elisabeth Meichtry) den Männerchor.
2000
75 Jahre Männerchor Allmendingen / 125 Jahre Männerchor Frohsinn Thun.
Grosse Jubiläumsfeier in der Mehrzweckhalle in Allmendingen beider Chöre zusammen.
Viele Hochs und Tiefs hat der Männerchor in diesen vergangenen Jahren erlebt; von einigen Sängertagen konnten die Sänger jubelnd mit Goldlorbeer die Heimreise antreten, von anderen vielleicht etwas mit gedämpfter Stimmung, weil „nur“ ein Silberlorbeer an der Fahne baumelte.
2005
Da der Anteil an Jodelliedern stetig zunahm und immer zwei, drei Frauen mitsangen (jodelten), wurde an der HV beschlossen, den Namen „Männerchor Allmendingen“ fallen zu lassen und den Chor neu „Allmendinger-Chörli“ zu nennen.
2012
Verstarb die Dirigentin Vreni Gafner im Alter von 57 Jahren leider viel zu früh.
Als Nachfolgerin erklärte sich die damals 21-jährige Martina Moor bereit, die musikalische Leitung zu übernehmen. Sie sang zu diesem Zeitpunkt bereits seit 4 Jahren im Chörli mit und hatte gerade die Dirigentenprüfung mit Erfolg bestanden.
Mit grosser Begeisterung studierte Martina mit dem Chörli fast nur noch Jodellieder ein. Damit die Wurzeln des Chörlis nicht vergessen gingen, war nach wie vor ab und zu ein Männerchorlied mit dabei.
Natürlich wurde allen klar, dass Martina mit ihren geschulten Fähigkeiten und ihrer Leidenschaft fürs Jodeln gerne auch einmal an einem Jodlerfest teilnehmen möchte. Dies, um herauszufinden, wie und wo das Chörli gesanglich einzuordnen ist.
2016
Wurde beschlossen, die Chorvereinigung zu verlassen und dem eidgenössischen und bernisch Kantonalen Jodlerverband beizutreten.
In diesem Jahr erfolgte die erste Teilnahme an einem bernisch Kantonalen Jodlerfest in Steffisburg.
Obwohl die Meinungen bei diesem Entscheid auseinander gingen, kann rückblickend gesagt werden, dass die Geschichte des Männerchors wohl kaum noch lange weiterbestanden hätte. Der Beitritt in den Jodlerverband war somit zu diesem Zeitpunkt das einzig Richtige.
2018
Die Jodlerinnen sorgten in diesem Jahr für das einheitliche Tenü der Frauen und schafften sich eine grüne Trachtenschürze an, welche das Chörli unterdessen auszeichnet. Am Herbstkonzert 2019 wurde der erste Mutz der Jodler eingeweiht. Seitdem ist das Gewand des Chörlis mit Tracht und Mutz beständig.
2020
Seit dem Wegzug von Martina Moor darf das Chörli auf die musikalischen Kenntnisse von Dirigentin Regina Schmid zählen. Sie führt das Chörli mit ihrer unkomplizierten und kameradschaftlichen Art und ihrem Walliser-Charme nun schon seit fünf Jahren.
Nach dem Übertritt in den Jodlerverband besuchte das Allmendinger Chörli unterdessen nun schon acht Jodlerfeste und konnte immer erfolgreich nach Hause kehren. Dies dank den leidenschaftlichen Dirigentinnen Martina Moor und Regina Schmid.
An oberster Stelle steht nach wie vor die Pflege der Kameradschaft, welche manchmal mehr als der schönste Goldlorbeer (Männerchor) oder die Note 1 (Jodlerfest) zählt. Das kameradschaftliche Miteinander und die stets fast vollzähligen Teilnahmen
an den Proben und Anlässen zeichnen das Chörli auch heute noch aus.
Und so darf unseren Vorgängern, die den Vereinsgrundstein vor hundert Jahren gelegt haben, und all denen, die in den vergangenen
Jahrzehnten immer wieder geholfen haben, am „Chare z‘zieh“, um das Chörli aufrechtzuerhalten, mit Freude gesagt werden: „es git üs de no u mir sy Stouz druf“!
Einen sehr grossen Dank geht an dieser Stelle auch an unsere Passivmitglieder sowie Gönnerinnen und Gönner, welche uns zum Teil schon seit Jahrzehnten unterstützen und die Treue zum Chörli halten. Ganz herzlichen Dank!
Allmendingen, August 2025, Werner Krebs